13. Station: Platz der Bücherverbrennung
Platz der Bücherverbrennung
Ein Mahnmal in der Grünanlage neben einem Spielplatz am Kaiser-Friedrich-Ufer in der Nähe der Heymannstraße erinnert an die Bücherverbrennung am 15. und 30. Mai 1933 in Hamburg. Die Bücherverbrennung war Teil einer Kampagne der “Deutschen Studentenschaft“, die in ganz Deutschland stattfand. Mit einem Plakat „Wider den undeutschen Geist!“ wurde nicht nur zur Verbrennung missliebiger Literatur im Rahmen antisemitischer Propaganda aufgerufen, sondern zur Ausgrenzung jüdischer Menschen aus Wissenschaft und Kultur.
In Hamburg wurde die Verbrennung neben der „Deutschen Studentenschaft“ vom „Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund“, der „Hitler-Jugend“, dem „Kampfbund für deutsche Kultur“, dem „SA-Studentensturm“, der „Stahlhelm-Hochschulgruppe“ und dem „Deutschen Handlungsgehilfen-Verband“ organisiert und durchgeführt. Die sogenannte „Schwarze Liste“ der Bücher wurde von dem Bibliothekar Wolfgang Herrmann verfasst.
Die Bücher wurden aus öffentlichen und privaten Bibliotheken und Buchhandlungen entfernt. Für die in Hamburg lebenden jüdischen Autor:innen war die Verbrennung ihrer Bücher ein Hinweis auf ihre existentielle Bedrohung. Es wurden Schriften und Bücher unter anderen folgender Hamburger Autoren verbrannt: Walter A. Berendsohn, Grete Berges, Joseph Carlebach, Alice Ekert-Rotholz, Kurt Enoch, Adolf Goetz, Max Halberstadt, Käthe Hamburger, Jakob Loewenberg, Arthur Sakheim, Justin Steinfeld.
Heute erinnert ein runder erhöhter Platz, der 1985 von der Bezirksversammlung Eimsbüttel in Auftrag gegeben wurde, an die Bücherverbrennungen. An dem Mauerwerk sind rötliche Marmortafeln angebracht. Auf einer Tafel findet sich das Zitat von Heinrich Heine „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“, aus dem 1823 geschriebenen Drama „Almansor“. Leider sind die Inschriften der Tafeln nicht gut lesbar.
Damit nie wieder Bücher, Städte und Menschen verbrannt werden.
Nie wieder Faschismus!
Nie wieder Krieg!
Hamburg, 1985
Das war ein Vorspiel nur. Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
Heinrich Heine, Almansor
Hier wurden am 15. Mai 1933 von Nationalsozialisten Bücher verbrannt.
5 Jahre später brannten die Synagogen.
Nach Auschwitz und Birkenau endete der Feuersturm vorläufig in Hiroshima und Nagasaki.
Unter den unzähligen Autoren, deren Bücher hier im Mai 1933 verbrannt wurden, waren auch Schriftsteller aus Hamburg.
Stellvertretend für alle:
Willi Brendel – Iwen George Heilbutt – Hans Henny Jahnn – Ernst Johannsen – Peter Martin Lampel – Wilhelm Lamszus – Heinz Liepman – Joachim Maass. – Carl von Ossietzky – Margarete Susman
Wegweiser zur nächsten Station
Folge dem Grindelhof bis zum Kreisel – Arie-Goral-Platz und biege rechts in die Hartungsstraße ein. Die nächste Station befindet sich vor den Hamburger Kammerspielen.
