14. Station: Schanze, Schule Altonaer Straße

Grundschule Sternschanze – Ein Ort der Erinnerung

Wenn man das Kaiser-Friedrich-Ufer dann zurück geht, über die Bundesstraße bis zum Weidenstieg über die Große Kreuzung durch die Weidenallee kommt man zur Schule in der Altonaer Straße (wenn man nicht so viel laufen möchte, kann man mit der HVV-App ein Stück fahren).

Grundschule Sternschanze – Ein Ort der Erinnerung

Wenn du von der Altonaer Straße 98 den Eingangsbereich der Ganztagsgrundschule Sternschanze betrittst, sieht du eine Gedenktafel. Sie erinnert an die Deportation von mehr als 1.700 jüdischen Menschen, die im Juli 1942 von hier aus zunächst nach Theresienstadt verschleppt wurden. Fast alle wurden später in den Vernichtungslagern Auschwitz und Treblinka ermordet.

Seit dem Sommer 2022 trägt die Tafel die Namen der Deportierten und macht ihr Schicksal sichtbar.

Wenn du vom Eingang an der Schanzenstraße auf das Schulgelände gehst, stößt du auf eine Stolperschwelle. Sie erinnert an 13 Schüler:innen der Israelitischen Töchterschule aus der Karolinenstraße sowie der Talmud-Tora-Schule am Grindelhof. Von ihnen überlebte nur eine Person die nationalsozialistische Verfolgung.

Solche Orte, Sammelstellen, von denen die Deportationen jüdischer Hamburger:innen ausgingen, gab es in der Stadt ab Oktober 1941 zahlreich. Meist handelte es sich um Stiftungshäuser, Gemeindebauten, das Logenhaus oder private Wohnhäuser, in denen die Menschen vor ihrer Verschleppung zwangsweise zusammengepfercht wurden.

Zusatzinfos:

Neben dem Hauptgebäude der Universität in der Edmund-Siemers-Allee 1 befindet sich ein weiterer Gedenkort, der „Platz der Jüdischen Deportierten“. Denn eine zentrale Sammelstelle war auch das Logenhaus an der Moorweidenstraße, von wo aus die Menschen zum Hannoverschen Bahnhof gebracht wurden. Zuvor waren sie gezwungen, die Schlüssel ihrer sauber und aufgeräumt zu hinterlassenden Wohnungen bei der zuständigen Polizeiwache abzugeben. Mit nur wenigen persönlichen Gegenständen warteten sie hier, bis sie mit Lastwagen zum Hannoverscher Bahnhof gebracht wurden. (Fotografien, die im Sommer 2024 entdeckt wurden, belegen die Situation vor dem Logenhaus Moorweide) Viele mussten die Nacht zuvor im Logenhaus verbringen. 

Vom Hannoverscher Bahnhof auf dem Grasbrook, dem heutigen Lohseplatz, wurden die Hamburger Juden mit Zügen unter anderem nach Riga, Lodz und Minsk deportiert. 

Zwei Hinweistafeln erinnern dort an die Verbrechen. Eine trägt die Inschrift: „Im Jahr 1933 lebten in Hamburg 24.000 Juden. Hier begann der Weg tausender jüdischer Bürger Hamburgs, der in den Vernichtungslagern des Nazi-Regimes endete.“

Am 21. Januar 1983 wurde im Auftrag der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg an der Moorweide ein Gedenkstein aus Granit aufgestellt, gestaltet von dem Künstler Ulrich Rückriem.

Wegweiser zur nächsten Station
Folge dem Grindelhof bis zum Kreisel – Arie-Goral-Platz und biege rechts in die Hartungsstraße ein. Die nächste Station befindet sich vor den Hamburger Kammerspielen.