18. Station: St. Pauli /Jüdische Musiker

Die Gebrüder Wolf

Die bis 1933 erfolgreichen Gebrüder Wolf aus der Hamburger Neustadt traten zunächst als Trio auf. Die drei Brüder Ludwig, Leopold und James Issak hatten sich wegen des zunehmenden Antisemitismus in Wolf umbenannt. 1906 verlies James das Trio, welches danach als Gebrüder Wolf auftrat. Die Musiker, Komiker und Varietekünstler traten oft in Hafenarbeiterkluft als „Fietje“ und „Tetje“ auf. „Snuten und Poten“ und „An de Eck steit`n Jung mit`n Tüdelband“ sind Lieder, die auch heute noch bekannt sind. Tourneen durch Skandinavien, Holland, Österreich, Ungarn und die Schweiz haben auch zu dem wirtschaftlichen Erfolg beigetragen, die den Gebrüdern Wolf erlaubte 1924 das Operettenhaus zu kaufen. 1926 starb Leopold Wolf und sein Sohn James Iwan übernahm seine Rolle. Ab 1933 wurden ihre Lieder zu „deutschem Liedgut“ erklärt und sie durften nur noch im Rahmen des jüdischen Kulturbundes auftreten, ab 1939 wurden ihnen jegliche Auftritte verboten. Ludwig Wolf hat in Hamburg überlebt, während James Iwan Wolf über Shanghai in die USA emigrierte. James Wolf wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1943 dort ermordet.

Der Text für das Lied „An de Eck steit`n Jung mit`n Tüdelband“ stammt von James Wolf, die Melodie von dem Hamburger Musiker Charly Wittong und die Melodie für den Refrain von Paul LIncke.