2. Station: Hamburger Fernsehturm
Heinrich-Hertz-Turm
Der Hamburger Fernsehturm heißt „Heinrich-Hertz-Turm”. Erbaut wurde der Fernsehturm von 1966 bis 1968: Er ist nach dem Physiker Heinrich Hertz benannt, der 1857 in Hamburg geboren wurde.
Heinrich Hertz wies als Erster in einem Experiment die Ultrakurzwellen nach, die man deswegen heute als Hertz-Frequenz (abgekürzt: Hz) bezeichnet. Ultrakurwellen sind die Grundlage für alles Drahtlose: Radio, Telefon, Computer, Fernsehen.
Heinrich Hertz war kein Jude, da seine Familie zum Christentum konvertierte. Er starb bereits 1894. Die Nationalsozialisten diskreditierten ihn dennoch aufgrund seiner jüdischen Abstammung, und seine Familie wurde von den Nationalsozialisten verfolgt. Sein Erbe und seine Familie wurden nach seinem Tod zur Zeit des Nationalsozialismus aus der Erinnerung getilgt: Hertz Porträt wurde aus dem Hamburger Rathaus entfernt und Straßen, die nach ihm benannt waren, umbenannt.
Die Nationalsozialisten versuchten sogar, die Hertz-Frequenz, die bereits unter dem Kürzel [Hz] international benutzt wurde, durch den Namen „Helmholtz-Frequenz” (auch Hz) zu ersetzen. Denn sie wollten, dass sie nach einem deutschen Wissenschaftler sogenannter „arischer” Abstammung benannt wird.
Seine Tochter Mathilde Hertz, die Biologin war, durfte ab 1933 nicht mehr an der Universität lehren, und emigrierte 1935 nach Großbritannien.
Denkmal Heinrich Hertz
Vor dem NDR-Hörfunk in der Rothenbaumchaussee steht ein Denkmal zu Ehren von Heinrich Hertz: „Ätherwelle“. Das Denkmal wurde von dem Bildhauer Friedrich Wield geschaffen, der 1931 den auf Anregung von Hans Bredow vom Hamburger Senat ausgelobten Wettbewerb gewann.
Die Herstellung des Gipsmodels war nicht einfach, da Teile der Skulptur in der Luft zu schweben scheinen. Als das Modell fertig war, regierten bereits die Nationalsozialisten in Hamburg, die sein Werk ablehnten und ihm das Honorar versagten mit der Begründung „Heinrich Hertz … war gewiß als Physiker eine Weltkapazität, ist aber … hinsichtlich seiner Rasse als Jude anzusprechen – und ohne weiter die Frage zu untersuchen ob gerade in diesem Jahr ein Heinrich-Hertz-Denkmal errichtet werden muß, ist … der Sinn des Wieldschen Kunstwerkes weder für den Fachmann noch für den Laien zu erkennen.“
Der Künstler nahm sich am 10. Juni 1960 aufgrund der finanziellen Probleme das Leben. Erst über 50 Jahre später konnte ein Bronzeguss angefertigt werden und das Denkmal wurde 1994 zunächst im Eichenpark aufgestellt, dann 2016 auf dem Gelände des NDR-Funkhauses an der Ecke Rothenbaumchaussee 122, Ecke Werderstraße.
An der Tafel des Denkmals ist folgender Text zu lesen: „Die Skulptur wurde im Auftrag des Hamburger Senats von 1931 bis 1933 als Denkmal für Heinrich Hertz geschaffen, dem als erster der Nachweis von elektromagnetischen Wellen gelang. Der nationalsozialistische Senat verhinderte eine Aufstellung, da Heinrich Hertz Jude war. 1994 wurde die über Jahrzehnte in Vergessenheit geratene Skulptur durch die Hamburger Kulturbehörde wieder aufgestellt.“
Wegweiser zur nächsten Station
Folge dem Grindelhof bis zum Kreisel – Arie-Goral-Platz und biege rechts in die Hartungsstraße ein. Die nächste Station befindet sich vor den Hamburger Kammerspielen.
