3. Station: Gedenkstein jüdischer Friedhof Renzelstraße

Ehemaliger Grindelfriedhof

Der jüdische Friedhof am Grindel (gelegen zwischen den Straßen Durchschnitt, Verbindungsbahn und Rentzelstraße) wurde 1711 angelegt, weil aufgrund des deutsch-dänischen Krieges die Tore nach dem zu Dänemark gehörenden Altona geschlossen wurden. Damit konnten die jüdischen Toten nicht mehr auf den Friedhöfen in Altona und Ottensen bestattet werden. 1909 wurde der Friedhof als Begräbnisplatz geschlossen. Hier ruhten u.a. bekannte Menschen des 19. Jahrhunderts, wie Gabriel Riesser (Rechtsanwalt und Politiker), Isaak Bernays (Rabbiner und Leiter der Talmud-Tora-Schule), Moses Mendelssohn-Frankfurter (Dichter und Satiriker) und Betty Heine (Mutter Heinrich Heines).

Mit der Begründung, dass die Verbindungsbahn verbreitert werden müsse, wurde 1937 angeordnet den Friedhof zu verlegen, die Toten wurden umgebettet zum Friedhof Ilandkoppel in Ohlsdorf. Die Exhumierung fand unter der Aufsicht von Rabbiner Dr. Joseph Carlebach statt.

Friedhof

Aussegnungshalle

Mazzot

Verwaltungsgebäude

Hamantaschen

Heute stehen auf dem Gelände des ehemaligen Grindelfriedhofs ein Gedenkstein mit folgender Inschrift:

„An dieser Stelle befand sich der 1711 angelegte jüdische Grindel-Friedhof.

Zwischen 1835 und seiner Schließung 1909 war er der Hauptbegräbnisplatz der ehemaligen Deutsch-Israelitischen und der Portugiesisch-Jüdischen Gemeinden.

Hier wurden Rabbiner Isaak Bernays und der Jurist Gabriel Riesser bestattet.

1935 forderte der Senat, den Friedhof zu räumen. Die Gebeine der Toten und Hunderte von Grabsteinen wurden 1937 auf den Jüdischen Friedhof in Ohlsdorf überführt.

WIE EIN TAG DES GERICHTES, EIN TAG DES ZORNS UND GRIMMES IST UNS DIESER TAG DER AUFSTÖRUNG UNSERER TOTEN 

(Oberrabbiner Joseph Carlebach, 1937) 

Bezirksversammlung Eimsbüttel 1986“

Die heutige Bebauung des ehemaligen Friedhofs

Mazzot
Hamantaschen

Wegweiser zur nächsten Station
Folge dem Grindelhof bis zum Kreisel – Arie-Goral-Platz und biege rechts in die Hartungsstraße ein. Die nächste Station befindet sich vor den Hamburger Kammerspielen.