6. Station: Gedenkstein „Neue Dammtor Synagoge“
„Neue Dammtor Synagoge“
In der Beneckestraße Nr. 4 stand die am 15. August 1895 eingeweihte, von den Architekten Schepps und Rzekonski gebaute Neue Dammtorsynagoge mit 300 Männerplätzen und 200 Frauenplätzen. Heute findet sich hier in dem Durchgang von der Grindelallee auf den Campus ein Gedenkstein und ein QR-Code der Universitäts-Campus Tour.
Die Synagogengemeinde „Neweh Scholaum“ (Ort des Friedens wurde von dem Verein für jüdisch-religiöse Vorträge gegründet und weihte 1879 eine Synagoge mit 180 Männerplätzen und 90 Frauenplätzen in einem Gebäude am Jungfernstieg ein. Das Anwachsen der Gemeinde, insbesondere im Grindelviertel, führte zu dem Neubau in der Beneckestraße 4. Der maurische Baustil dieser Synagoge war ungewöhnlich: eingebaut in einen Hof, war das Ziegelmuster der nördlichen Backsteinfassade vieltönig abgestuft, Hufeisenbögen umrandeten den Eingang und die seitlichen Türen und auf dem Tambour* war eine orientalisierende Kuppel. 1928 ging das Grundstück mit den beiden Vorderhäusern in den Besitz der Gemeinde über, die die Häuser für Gemeindezwecke nutzte.
Von 1923 bis 1938 war Dr. Paul Holzer hier Rabbiner, er emigrierte 1938 nach England, danach wurde das Amt von Dr. Joseph Carlebach übernommen. Als einzige Synagoge war sie nach dem 10.11.1938 mit privaten Mitteln wieder instandgesetzt und genutzt worden. 1941 wurde die Synagoge von der Gestapo als Lagerraum beschlagnahmt und 1943 von Bomben zerstört.
* Tambour – der französiche Begriff beschreibt den Unterbau, der eine Kuppel trägt und der über die Dach Zone des Gebäudes herausragt.
Vorderansicht der Synagoge
Innenraum der Synagoge
Grundriss
Gedenkstein im Durchgang der Grindelallee
Blick in Richtung Campus
Historischer Blick auf den Durchgang von der Grindelallee
